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Pressespiegel

Projekt Schutzengel

 

Schutzengel werden gesucht! 


Der überproportional hohe und Besorgnis erregende Anteil der 18- bis 24-jährigen Autofahrer an der Zahl der Unfallopfer lässt den Kreis, die Polizei und die Verkehrswacht seit Jahren nicht ruhen. Viele Aktionen für mehr Verkehrssicherheit gab und gibt es. Für das neueste Projekte werden leibhaftige Schutzengel gesucht – Menschen im Alter zwischen 17 und 21 Jahren. Sie sollen in ihrem Umfeld Gleichaltrige überzeugen, nicht zu rasen und sich nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ans Steuer zu setzen.

Die aus Dänemark stammende und dort seit Jahren praktizierte Idee ist in den vergangenen Jahren im Landkreis Soltau-Fallingbostel mit Erfolg umgesetzt worden. 35 Prozent weniger Schwerverletzte, 70 Prozent weniger Tote – diese Zahlen haben den Anstoß gegeben, auch in Gütersloh als erstem Kreis in NRW auf Schutzengel zu setzen.

Ziel des am 1. Juli startenden Projekts ist es, die Zahl der verunglückten 18- bis 24-Jährigen bis Ende 2010 um mindestens 20 Prozent zu senken. Ausgangsbasis sind die 372 jungen Unfallopfer des Jahres 2007, immerhin 54 mehr als in den zwölf Monaten davor. 199 der 372 saßen selbst am Steuer.
 
Landrat Sven-Georg Adenauer: „Mahnende Worte von Eltern, Verkehrssicherheitsberatern oder Polizei haben bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Auch repressive Maßnahmen zeigen nur zeitlich begrenzt Wirkung. Deswegen setzen wir jetzt auf eine Sensibilisierung auf Augenhöhe.“ Die Botschaft der Schutzengel lautet: Fahrt gefahrenbewusst und vorsichtig. Anders als in Dänemark und Soltau-Fallingbostel sollen im Kreis Gütersloh nicht nur Frauen, sondern auch Männer zu Schutzengeln werden. 60 Prozent der Verunglückten hier sind männlich, 40 Prozent weiblich. 23 000 junge Menschen zwischen 17 und 21 Jahren werden in den nächsten Wochen per Post über das Projekt informiert. Wer sich für die Schutzengel-Aktion interessiert, schreibt zurück und bekommt einen Schutzengel-Ausweis, der ihm beispielsweise Vergünstigungen beim Einkauf oder bei Veranstaltungen bringt.

Projektleiter Michael Haftmann vom Kreis hofft auf einen Rücklauf von 30 Prozent. Ob ein Schutzengel später auch wirklich auf Freunde und Bekannte einwirkt, soll und kann nicht kontrolliert werden. „Das ist reine Vertrauenssache. Wer sich meldet, zeigt Verantwortungsbewusstsein und wird sich engagieren“, so Fachbereichsleiter Hans Dieter Malsbender. Polizeirat Gerhard Wolf: „Das ist einen Versuch wert. Wir haben außer Geld und Zeit nichts zu verlieren.“ „Wir sind auf Sponsoren angewiesen“ „Wir sind auf Sponsoren angewiesen.“
 „Wir sind auf Sponsoren angewiesen.“
 
Landrat Sven-Georg Adenauer hat bei der Vorstellung der Schutzengel-Aktion „alle aufgerufen, bei diesem innovativen Projekt ihren Beitrag zu leisten“.
Vergünstigungen für Inhaber des Schutzengel-Ausweises einzuräumen, ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Wer Interesse hat, sollte sich an das aus Vertretern der Abteilung Straßenverkehr des Kreises, der Polizei und der Verkehrswacht gebildete Projektteam wenden:
 05241/8691100.

Die Suche nach Sponsoren und aktiven Schutzengeln wird über den zweieinhalbjährigen Projektzeitraum ein kontinuierlicher Prozess sein. Dabei will man auch bestehende Aktionen wie „Junge Fahrer“ oder die speziellen Fahrsicherheitstrainings zum Knüpfen weiterer Kontakte nutzen. Zudem soll die Schutzengel-Idee beispielsweise über Infoveranstaltungen, Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit weit verbreitet werden. 





80 Prozent waren schon als Schutzengel aktiv

Ein Schutzengel der ersten Stunde hat den Hauptgewinn erhalten: Tobias Moren aus Gütersloh wird vom Flughafen Paderborn-Lippstadt aus zu einer Wochenendereise in einer europäische Hauptstadt starten. Rund 3000 Schutzengel haben sich an der Online-Befragung beteiligt, die der wissenschaftlichen Evaluation des Verkehrssicherheitsprojekts Schutzengel im Kreis Gütersloh dient. 


Der Landrat überreichte den Gewinnern die Preise (v.l.): Sven-Georg Adenauer, Tina Pfützner (Gütersloh), Margit Picker (Geschäftsführerin Projekt Schutzengel), Fabian Hartl (Werther/Westfalen), Hans-Dieter Malsbender (Fachbereichsleiter Gesundheit und Ordnung), Tobias Moren (Gütersloh), Johann Fröse (Reiseagentur Fröse Rheda-Wiedenbrück) und Dr. Iris Mühlenbruch (Universität Duisburg-Essen).
Der Landrat überreichte den Gewinnern die Preise (v.l.): 
Sven-Georg Adenauer, 
Tina Pfützner (Gütersloh), Margit Picker 
(Geschäftsführerin Projekt Schutzengel), 
Fabian Hartl (Werther/Westfalen), 
Hans-Dieter Malsbender (Fachbereichsleiter Gesundheit 
und Ordnung), Tobias Moren (Gütersloh), Johann Fröse 
(Reiseagentur Fröse Rheda-Wiedenbrück) und 
Dr. Iris Mühlenbruch (Universität Duisburg-Essen).

Unter den Teilnehmern wurden jetzt sechs Schutzengel per Zufallsgenerator ermittelt. Landrat Sven-Georg Adenauer überreichte den ersten drei Gewinnern die Preise und nutzte die Gelegenheit, sich mit den Schutzengeln über ihre Erfahrungen zu unterhalten. Tobias Moren ist schon seit dem Start des Projekts dabei, ebenso wie fast alle seiner Freunde, berichtete der angehende Abiturient. Auch aktiv war er bereits als Schutzengel: Nach einer privaten Feier überredete zusammen mit anderen einen Freund, sich nicht mehr ans Steuer zu setzen. "Das hat schon ziemlich viel Überzeugungskraft gekostet", erinnerte er sich. So wie Tobias Moren haben übrigens die meisten der Schutzengel gehandelt, die an der Befragung teilgenommen haben. Rund 80 Prozent gaben laut Dr. Iris Mühlenbruch an, bereits als Schutzengel aktiv gewesen zu sein. Sie haben versucht - ob erfolgreich oder nicht - andere zu überzeugen, nur angeschnallt, ohne Drogen und Alkohol und nicht zu schnell unterwegs zu sein. Der erste Preis, die Wochenend-Flugreise in einer europäische Hauptstadt, wurde gesponsert vom Flughafen Paderborn-Lippstadt sowie dem Reisebüro Fröse (Rheda-Wiedenbrück) zusammen mit DERTOUR. Tina Pfützner aus Gütersloh und Fabian Hartl aus Werther/Westfalen gewannen je einen ipod-Touch. Drei weitere Schutzengel haben ein Fahrsicherheitstraining der Verkehrswacht im Wert von je 80 Euro gewonnen. Sie werden schriftlich benachrichtigt. Das Verkehrssicherheitsprojekt, das gemeinsam von der Verkehrswacht, der Polizei und dem Kreis Gütersloh gestartet worden ist, hat bereits knapp 10.000 registrierte Schutzengel.



 
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